Teaching
Ever since studying religionswissenschaft and ethnology at the university I have focused on the history of religion especially from the nineteenth century to the present day as well as on Greek mythology, psychoanalytic positions and processes of constructing the Other. Later I grew interested in gender studies, which brought the exciting opportunity to give a new and different reading of the world, the sciences as well as their “classics” – a reading that even rubs the wrong way or goes against common wisdom. In my masters thesis I discussed, in Montaigne’s sense, “how one learns to die”; in my PhD dissertation I examined fundamental concepts of theology (myth, magic); in my habilitation I analyzed studies on the relationship between symbol and sensuality (the aesthetics of religion). My current research encompasses religion in media as well the theory and practice of aesthetics.
In more recent projects (The Experimental Field of Museology; How to Exhibit Religion) these research findings are also being presented and implemented in exhibitions. Along with these various themes and foci, I also teach. In my seminars I regularly address current social dynamics and conflict situations, e.g. image politics or public discourses on Islam, in order to convey religio-historical bodies of knowledge through an examination of their structures. My enthusiasm for both religious studies and psychoanalysis lies in their potential for analytically linking history with the present – and also because large and small things/facts are of equal significance! I understand both perspectives as highly promising attempts to confront people and things with intellectual curiosity. And my seminars create a space to repeatedly put critical thinking to the test.
Do I have a personal slogan or favorite saying? There are any number of them – which, depending on my life situation, I might take up or let fall, and I allow for small changes to them. For instance one saying which I frequently bring to consciousness is Nietzsche’s difference with a sense of well-being. Favorites of the moment are Hannah Arendt’s thinking without banisters as well as to everything there is a season (Ecclesiastes 3:1).
Research Focus Areas
Entlang der Arbeitsschwerpunkte
- Analyse von Text-Bild-Verhältnissen
- Transformation religiöser Bestände (Motive, Bilder, Geschichten) in post-säkularen Gesellschaften
- Serendipitäre Ästhetik
adressieren meine aktuellen Forschungen folgende Bereiche
- Corona meets Greta. Psychoanalytisch-religionswissenschaftliche Überlegungen
Die Realität zeigt, dass ein Virus – nicht der Klimawandel? – Ängste auslöst. Aber handelt es sich überhaupt um Angst? Als Kultur- und Religionswissenschaftlerin fällt mir zweierlei ein: (1) Angst ist etwas anderes als Furcht oder Panik. In der Panik kann z.B. Harmloses und Gefährliches nicht unterschieden werden; Panik hindere am Denken (Mario Erdheim). Berechtigte Grundlagen der Angst sind: Ungewissheit der Zukunft, die Fragilität der menschlichen Konstitution, die Sterblichkeit. Für die Menschen ist Angst ein kaum zu ersetzendes Phänomen. Sie hilft, Gefahren zu erkennen. Zugleich können alle Affekte in Angst eingetauscht werden (Sigmund Freud); Affekte, z.B. Hass und Ressentiments können sich als Angst maskieren. (2) Religiöse Heilsversprechen: Ängste und Verunsicherungen werden in einen Heilsplan eingeordnet und erhalten so einen Sinn, eine Bedeutung im Gesamt der Konstruktion. Die Funktion einer religiösen Sinngebung könnte erklären, warum auch in (post-)säkularen Zeiten Anleihen bei religiösen Beständen stattfinden. Man denke z.B. an Elon Musk. Hier zeigt sich, wie gesellschaftliche Konflikte um Arbeitslosigkeit im Bilde des Elektroautoherstellers fixiert werden: er verspricht Arbeitsplätze, man bringt ihm Verehrung entgegen; und vergisst, dass er zu SpaceX gehört? Findet eine kultische Überhöhung statt? Deutlich wird zum einen, dass der Glaube an die Allmacht der menschlichen wie künstlichen Intelligenz hinsichtlich seiner Stärke nicht von religiösen Vorstellungen zu unterscheiden ist; zum anderen die Komplexität jeder Realität.
Gerade erschienen: Corona im Klimawandel. Ein Essay. Würzburg 2021
- Zur Dezentrierung von Religion und Mode. Aktuelle Ausstellungen aus der Perspektive der serendipitären Ästhetik
Im Jahr 2018 zeigte das Metropolitan Museum of Art (New York City) die Ausstellung Heavenly Bodies. Fashion and the Catholic Imagination, die sich grosser Publikumsbeliebtheit erfreute. Ebenfalls 2018, später im Jahr, wurde in San Francisco Contemporary Muslim Fashions präsentiert; die Ausstellung wanderte unter demselben Titel ab April 2019 (bis September) ins Museum für Angewandte Kunst, Frankfurt am Main. Europaweit fanden bzw. finden aktuell noch mindestens drei weitere Ausstellungen zum Thema Religion und Mode statt. Mit der musealen Präsenz der (ungewöhnlichen) Kombination von Religion und Mode korreliert ein umfangreicher Bestand an Forschungsliteratur. Beides bedarf der kritischen Aufarbeitung. Das Projekt versteht sich als Beitrag zur transkulturellen Religionskritik und macht hierfür den Ansatz der serendipitären Ästhetik produktiv.
- Fragile Bündnisse. Zur Faszination ozeanischer Bilder (Präsentation am 7. Juli 2018 im Forschungsforum der IPU)
Als Ocean Conveyor Belt bezeichnet die Klimaforschung eine spezifische Tiefseezirkulation, die durch Temperatur und Salzgehalt angetrieben wird; diese ozeanische Strömung verschiebt Wärmeenergie in globalem Umfang und versucht auf diese Weise, das Klima weltweit auszugleichen. In den Gesellschaften des 21. Jahrhunderts leben Menschen mit unterschiedlichen ethnischen und religiösen Hintergründen zusammen und: dieses Zusammenleben changiert ständig zwischen Konsens und Konflikt. Oftmals sind es gerade die Religionen, die als Marker von Differenz fungieren. Gegenwärtiges gesellschaftliches Zusammenleben fordert daher mehr und mehr sowohl die Fähigkeit des Einzelnen als auch der Sozialität heraus, Differenz auszuhalten und zu gestalten. Hier setzt das projektierte Forschungsvorhaben ein. Fragile Bündnisse zielen darauf, in Festlegungen zu intervenieren. Im Unterschied zu klar hierarchisierten Differenzverhältnissen, wie sie mit Aufklärung und Religion, Vernunft und Glaube gesetzt sind, versucht das Projekt, Unbestimmbarkeit, Mehrdeutigkeit und Leerstellen kommunizierbar zu machen. Im Blick auf die Verfestigung von klaren Grenzziehungen setzt es auf Verfahren, die diese (wieder) durchlässig machen.
Exhibitions
- Exhibition Images, Voices and Clichés: SS Wardens in Women’s Concentration Camps – Artistic Interventions in the Ravensbrück Memorial Site (2019/2020) in collaboration with students of IPU and the Universität der Künste Berlin and in cooperation with the memorial site’s artistic management and project leaders
- “The Urban Sacred: Urban-Religious Arrangements in Amsterdam, Berlin and London” / “How Religion Makes and Takes Place in Amsterdam, Berlin and London”. Kunstmuseum Bochum, 28 February – 3 April 2016; Menier Gallery, London, 12 – 23 April 2016; Kunstraum Bethanien, Berlin, 7 – 22 May 2016, Ignasius Hus, Amsterdam, 4 – 30 June 2016; and online: www.urban-sacred.org
- “Veiled! Scenographical Reconnaissances in the Streets of Neukölln,” an exhibition-situation undertaken together with university students from Frankfurt am Main and Berlin, October 2012 (conception)
- “New Arrivals: Migration Histories in Berlin Collections – A Laboratory Exhibit,” cooperative project with the Bezirksmuseum Friedrichshain-Kreuzberg, Stadtmuseum Berlin, Museum für Islamische Kunst Berlin, and the Werkbundarchiv – Museum der Dinge, 29 January – 27 March 2011
- “The Language of Commemoration: A History of the Ravensbruck Memorial Site 1945 – 1995” (in collaboration with Sigrid Jacobeit and Insa Eschebach), Ravensbrück memorial site (Germany), November 1999 to May 2010
Podcast
On the subject of religion and psychoanalysis – since 14 December 2018 publicly available in various formats (50minuten.podigee.io, Spotify, iTunes, SoundCloud, Google Podcasts)
Radio Interview
7 March 2018, Deutschlandradio, the program “Tag für Tag: Aus Religion und Gesellschaft” (“Day by Day: From Religion and Society”), a ten-minute interview on the theme Religion on the Couch: Psychoanalysis at the University